Besonders dramatisch ist die Ernährungssituation: Der Integrated Food Security Phase Classification-Bericht (IPC) vom 22. August 2025 bestätigt erstmals offiziell eine Hungersnot (Phase 5 – „katastrophaler Hunger“) im Gouvernement Gaza (einschließlich Gaza-Stadt) für den Zeitraum vom 1. Juli bis 15. August 2025. Über eine halbe Million Menschen sind dort unmittelbar vom Hungertod bedroht (Quelle: IPC 08/2025). Prognosen zufolge wird sich diese Zahl bis Ende September 2025 auf fast 641.000 Menschen ausweiten – also rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Gazastreifens.
Fast die gesamte Bevölkerung (ca. 2,1 Millionen Menschen) ist von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen: Rund 1,14 Millionen befinden sich in IPC Phase 4 („Notfall“), etwa 396.000 in Phase 3 („Krise“).
Der neue Bericht zeigt einen erschütternden Anstieg von Hunger und Mangelernährung – besonders gefährdet sind Kinder unter fünf Jahren. Im Juli 2025 wurden mehr als 12.000 Kinder akut unterernährt gemeldet – der höchste Monatswert seit Beginn der Krise, und eine Versechsfachung im Jahresverlauf. Fast ein Viertel davon ist von schwerer akuter Mangelernährung betroffen, der lebensbedrohlichsten Form (Quelle: WHO).
Diese Hungersnot ist eine menschengemachte Katastrophe, verursacht durch Blockaden, den anhaltenden Krieg, die Zerstörung der lokalen Nahrungsversorgung und die Einschränkungen humanitärer Hilfe.
Fast 98 % der landwirtschaftlichen Anbauflächen sind zerstört oder unzugänglich, der lokale Lebensmittelmarkt ist quasi vollständig kollabiert. Zudem ist der Zugang zu Wasser, Treibstoff und Medikamenten massiv eingeschränkt.
Die medizinische Versorgung im Gazastreifen steht kurz vor dem vollständigen Zusammenbruch. Ein Großteil der Gesundheitseinrichtungen ist zerstört, und die wenigen noch funktionierenden Krankenhäuser sind völlig überlastet und können die Vielzahl an Verletzten kaum noch versorgen. Hinzu kommt, dass der Großteil der Bevölkerung keinen Zugang zu angemessenen sanitären Einrichtungen und grundlegender Hygiene hat. Unter diesen katastrophalen Bedingungen breiten sich Krankheiten rasant aus. Die Menschen im Gazastreifen sind zum Überleben dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen.