Ebola-Ausbruch: Wir bereiten erste Maßnahmen vor
Nachdem die WHO den Gesundheitsnotstand ausgerufen hat, bereiten sich unser Teams darauf vor, die Bevölkerung vor dem Ausbruch zu schützen.
WeiterlesenObwohl es in der Demokratischen Republik Kongo viele Rohstoffe gibt, zählt das Land wegen jahrzehntelanger Kriege, Ausbeutung und Korruption heute zu den ärmsten Ländern der Welt.
Vor allem entlegenere Provinzen im Osten des Landes haben mit großen infrastrukturellen Problemen zu kämpfen. Die Situation der dortigen Bevölkerung ist unter anderem durch eine niedrige Lebenserwartung, hohe Kindersterblichkeit und chronische Unterernährung gezeichnet. Die medizinische Versorgung ist in weiten Teilen des Landes mangelhaft oder für viele Menschen nicht bezahlbar.
Politische Instabilität in den Nachbarländern führt zudem dazu, dass immer mehr Menschen über die Grenze kommen und Zuflucht in der DR Kongo suchen. Hinzu kommen zahlreiche kongolesische Rückkehrer, die während der Unruhen in die Nachbarländer geflüchtet und jetzt in ihr Heimatland zurückgekehrt sind.
Mitte Mai 2026 rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgrund eines rasanten Ebola-Ausbruchs im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo die zweithöchste Alarmstufe – einen gesundheitlichen Notstand von internationaler Tragweite – aus. Das Epizentrum der Epidemie liegt in der von bewaffneten Konflikten und Fluchtbewegungen geprägten Provinz Ituri. Da das Virus über Körperflüssigkeiten hochgradig ansteckend ist und einige Zeit unerkannt blieb, breitete sich der Erreger sogar mit wenigen Fällen über die Landesgrenze nach Uganda aus.
Das Besondere und Besorgniserregende an diesem Ausbruch ist der nachgewiesene Erreger: Es handelt sich um die seltene Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus. Im Gegensatz zur bekannten Zaire-Spezies existiert gegen den Bundibugyo-Stamm derzeit kein zugelassener Impfstoff und kein validierter Schnelltest. Die Sterblichkeitsrate dieser Variante wird auf etwa 37 bis 50 % beziffert.
Bereits wenige Tage nach dem offiziellen Bekanntwerden registrierte die WHO am 20. Mai 2026 rund 600 Verdachtsfälle und über 130 Todesopfer, wobei Expertinnen und Experten von einer weitaus höheren Dunkelziffer ausgehen.
Unser Team ist vor Ort im Einsatz. Wir führen umfassende Aufklärungsarbeit in den Gemeinden durch, schulen Gesundheitspersonal und verstärken Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle. Dazu gehören u.a. die Versorgung mit Hygieneartikeln, der Bau von Behandlungszentren für Infektionskrankheiten sowie die Verbesserung der Wasserversorgung in Gesundheitseinrichtungen und Gemeinden.
Laut Weltbank leben rund 73 Prozent der Bevölkerung in der Demokratischen Republik Kongo in Armut (Weltbank, Stand: Oktober 2025). Das bedeutet, dass etwa 80 Millionen Menschen von weniger als 2,15 US-Dollar pro Tag leben – unterhalb der internationalen Armutsgrenze. Damit zählt das zweitgrößte Land Afrikas trotz großer Bodenschätze zu den ärmsten weltweit. Ungeachtet positiver Entwicklungen wie einer leicht stabilisierten Wirtschaft bleibt die Armut hoch.
Die hohe Armutsquote zieht eine Reihe existenzieller Bedrohungen für die Bevölkerung nach sich. Besonders in ländlichen Regionen fehlt staatliche Unterstützung. Viele Menschen leben daher von kleinen Parzellen, auf denen sie Pflanzen für den Eigenbedarf anbauen.
Häufig führt die Armut zu Hunger, schlechter Gesundheit und fehlender Bildung. Viele Familien können sich weder ausreichend Nahrung noch medizinische Versorgung oder Schulbesuch leisten.
Das schlechte Gesundheitssystem verschärft die Lage in der Demokratischen Republik Kongo zusätzlich. Dadurch wird ein Teufelskreis aus Armut, sozialer Ausgrenzung und gesellschaftlichem Stillstand in Gang gesetzt.
Um die Menschen in der DR Kongo vor der Ansteckung mit Infektionskrankheiten wie Ebola oder Covid-19 zu schützen, spielen Sensibilierungskampagnen eine wichtige Rolle. Hierbei verfolgen wir einen partizipativen Ansatz: Mit der sogenannten People First Impact-Methode (P-FIM) stellen wir die Menschen in den Mittelpunkt und hören den Gemeinden und Betroffenen zunächst einmal zu, um ihr Verständnis der Krankheit und schon vorhandener Hygienemaßnahmen nachzuvollziehen.
Nur so können mögliches Misstrauen und Vorurteile abgebaut und gemeinsam mit den Menschen wirksame Maßnahmen entwickelt werden, die von den Gemeinden mitgetragen werden. Weitere Maßnahmen umfassen interaktive Radiosendungen und Lieder, um auf die Krankheit aufmerksam zu machen, Tür-zu-Tür-Sensibilisierung und die Verteilung von Postern und Flyern.
Wir sind bereits seit 1996 in den östlichen Provinzen der DR Kongo tätig und haben seitdem zahlreiche Projekte in den Bereichen Gesundheit, Wasser-/Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) sowie Ernährungssicherung umgesetzt.
Die regionalen Schwerpunkte unserer Hilfe liegen mittlerweile in den Provinzen Ituri, Haut Uélé, Kasai Central, North Kivu und Bas Uélé, in denen wir uns als verlässlicher und kompetenter Partner der lokalen Gesundheitszentren und Krankenhäuser bewährt haben. Auf der Grundlage der langjährigen Erfahrungen im Land arbeiten wir daran, das Gesundheitssystem qualitativ weiter zu verbessern und Basisgesundheitsversorgung zu ermöglichen.
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Unsere Standorte:
Programmbüro in Ariwara (Provinz Ituri), Bondo (Bas-Uélé) und Kananga (Kasai Central).
Projekte in 7 Gesundheitszonen der Provinzen Ituri und Haut Uélé; in 3 Gesundheitszonen in Bas-Uélé und in 5 Gesundheitszonen in der Provinz Kasai Central.
Fotonachweise Spendenbeispiele: Jana Asenbrennerova (1+2), Nyokabi Kahura (3)