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DR Kongo: Wissen ist der Schlüssel im Kampf gegen Krankheiten

Kayeny Rutha ist Community Health Worker bei Malteser International. Mit großem Engagement und bewaffnet mit Wissen und Informationen setzt sie sich für die Gesundheit ihrer Gemeinde ein. Im Laufe der Jahre hat Kayeny Rutha viele Veränderungen in ihrer Region erlebt. Das Leben vieler Menschen in der nordöstlichen Provinz Ituri in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo), in der ihr Heimatdorf liegt, wird von Hunger und Armut geprägt, verursacht durch jahrzehntelange Konflikte zwischen bewaffneten Rebellengruppen. Die schwierigen Lebensumstände haben viele Menschen anfälliger für die häufig lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten gemacht, die in der DR Kongo regelmäßig auftreten. Dazu zählen Malaria, Cholera, Typhus, Bilharziose und sogar Pest.

Dies ist Kayenys Geschichte

„Mein Name ist Kayeny Rutha. Ich bin 45 Jahre alt und lebe im Dorf Muguma A, Ndaru Health Area in der Angumu Gesundheitszone. Viele Frauen hier sind Witwen, aber mein Mann ist glücklicherweise noch am Leben, und wir haben fünf eigene Kinder. Außerdem lebt das Kind meiner Schwägerin bei uns. Mein Mann ist Pastor. Wir betreiben ein wenig Landwirtschaft, und ich führe ein kleines Geschäft, in dem ich Holzkohle, Maniokmehl und Sardinen verkaufe. Außerdem arbeite ich ehrenamtlich als Community Health Worker.

Vor einigen Jahren gab es in unserem Dorf Muguma noch nicht so viele Häuser wie heute. Die Umgebung war hauptsächlich mit Busch bewachsen. Es hat sich so sehr verändert! Es gibt viel mehr Menschen und daher auch viel mehr Häuser. Sie zogen hierher, nachdem sie durch den Krieg und die Überschwemmungen des Albertsees vertrieben worden waren. 

Mit der zunehmenden Zahl der Menschen stiegen auch die Probleme. Das größte war die plötzlich hohe Anzahl von Krankheitsfällen. Die Menschen erkrankten ständig an Typhus, Malaria, Cholera, Bilharziose und anderen Krankheiten. Früher gab es sehr viele Fälle von Bilharziose, die von parasitären Würmern verursacht wird. Die Wurmlarven leben in Süßwasserflüssen und Seen und gelangen durch die Haut in den Körper, wo sie sich weiterentwickeln und viel Schaden verursachen."

Die einzige Wasserquelle war kontaminiert

"Menschen, die am Fluss baden und ihre Kleidung waschen, Flusswasser trinken, in der Nähe des Albertsees Ackerbau betreiben oder am See arbeiten, wie z. B. Fischer, infizierten sich sehr häufig. Das Wasser enthält auch Viren, die Typhus und Cholera auslösen. Obwohl es kontaminiert war, musste jeder in meinem Dorf sein Wasser aus dem Fluss holen, weil es keine andere Wasserquelle gab. Außerdem gab es damals noch weniger Latrinen als heute."

Theoretisch gibt es in der DR Kongo eine nationale Politik zur Bekämpfung zoonotischer und vernachlässigter tropischer Krankheiten. In diesem Rahmen hat die Regierung die Kliniken regelmäßig mit den entsprechenden Medikamenten für die Bevölkerung versorgt. Aufgrund der schwierigen politischen Lage in der DR Kongo ist die Unterstützung durch dieses Programm unregelmäßig geworden, sowohl was das medizinische Material als auch wichtige Gesundheitsinformationen betrifft. Die Bevölkerung musste auf unsichere Informationsquellen zurückgreifen. Viele sahen sich gezwungen, Medikamente auf dem Schwarzmarkt zu kaufen, die manchmal von schlechter Qualität und überteuert waren. Malteser International möchte diese Situation mit seiner programmatischen Gesundheitsarbeit in der DR Kongo verbessern.

Weiterbildung und Infrastruktur bringen Veränderung

"Ich habe an einer Sensibilisierungsveranstaltung von Malteser International teilgenommen. Die Schulung wurde gemeinsam mit den Beamten unserer Gesundheitszone und dem Personal des örtlichen Gesundheitszentrums durchgeführt. Wir wurden über Hygiene fortgebildet, einschließlich Handhygiene, haben gelernt, wie man Wasserquellen schützt, wie wichtig es ist, die Wasserkanister ständig zu reinigen und wie man das Wasser in den Kanistern sauber hält. Es wurde auch darüber gesprochen, dass ein hohes Maß an Hygiene innerhalb und außerhalb der Häuser dazu beiträgt, Ratten fernzuhalten, die Pest übertragen können. Ich kann nun auch erste Hilfe leisten, wenn jemand von einem tollwütigen Hund gebissen wird. Glücklicherweise konnten dank der Unterstützung durch die Malteser inzwischen viele Hunde gegen Tollwut geimpft werden.

Malteser International arbeitete mit lokalen Organisationen zusammen, um unser Gesundheitszentrum mit Medikamenten gegen Bilharziose zu versorgen. Außerdem wurde mein Dorf mit einer sicheren Wasserquelle und zusätzlichen Latrinen unterstützt. Früher verging kein Monat ohne fünf bis sechs Cholera- oder Typhusfälle. Community Health Worker wie ich informieren die Menschen darüber, wie sie eine Ansteckung vermeiden können.  Die Informationen, die ich erhielt, ermöglichten es mir, auch andere Gemeindemitglieder zu schulen. Die Fälle von Cholera, Typhus, Bilharziose und anderen Krankheiten sind mittlerweile deutlich zurückgegangen.“

 

Die lebenswichtige Arbeit der Community Health Worker

In der DR Kongo ist das kommunale Gesundheitssystem dezentralisiert und umfasst fünf Ebenen: die nationale Ebene, die Provinzebene, die Gesundheitszone, das Gesundheitsgebiet und die Gemeinde. Die Community Health Worker sind die größte Gruppe von Gesundheitshelfern in der DR Kongo. Es handelt sich um Freiwillige, deren Aufgaben je nach Ausbildung variieren und die Gesundheitsdienste für Mütter, Neugeborene und Kinder anbieten. Ihre Ausbildung und ihre Dienste umfassen integriertes Fallmanagement für Malaria, Durchfall- und Atemwegserkrankungen, Ernährungsberatung, Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung, HIV- und AIDS-Aufklärung sowie Krankheitsprävention. Sie führen Hausbesuche durch, überweisen Erkrankte an Gesundheitseinrichtungen und führen gemeindebasierte Überwachungsmaßnahmen durch.

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